CHORTAGE HANNOVER – Leuchtturm der Chorszene

Schloss HerrenhausenDie vom Niedersächsischen Chorverband e.V. in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Hannover veranstalteten CHORTAGE HANNOVER genießen in der Musiklandschaft der Landeshauptstadt einen herausragenden Stellenwert. Dies machte nicht zuletzt die diesjährige 9. Ausgabe mit einem grandiosen Mitsingkonzert von Georg Friedrich Händels Messiah deutlich. Aber auch über die Grenzen Hannovers hinaus besitzt dieses Veranstaltungsformat inzwischen enorme Strahlkraft – zunehmend mehr Chöre aus Niedersachsen und darüber hinaus interessieren sich für eine Teilnahme.

 

Mittendrin im Klang – die CHORTAGE HANNOVER 2017 sind vorüber

Ein grandioser Auftritt der Vivid Voices Hannover sowie des Bonner Jazzchores beendete am 17. Juni 2017 die Jazz-/Pop-Night in der Galerie Herrenhausen und damit auch die diesjährigen CHORTAGE HANNOVER. 68 Chöre mit 3.000 Sängerinnen und Sänger stellten 4.200 Besuchern Ausschnitte aus ihrem Repertoire vor und bewiesen damit einmal mehr, dass Hannover zu Recht den Titel „City Of Music” trägt und sich als „Chorstadt” bezeichnen darf.

Im folgenden finden Sie kurze Presseberichte der hannoverschen Tageszeitungen; eine ausführliche Reportage über die CHORTAGE HANNOVER 2017 können Sie in der Sonderausgabe von weblinkDER CHOR zu den CHORTAGEN HANNOVER 2017 lesen, die nach den Sommerferien erscheint.

 

Mit-Sing-Konzert Messiah (11.06.)

Aus der NEUEN PRESSE (NP):

Image00003„(…) Es war ein Mitsingkonzert und darum sehr aufwendig mit mehreren hundert Akteuren. Unter der Gesamtleitung von Dirigent Andrew Manze waren neben der NDR Radiophilharmonie der Landesjugendchor und der Konzertchor der Musikhochschule dabei – plus dem Mit-Sing-Chor mit 440 Sängerinnen und Sängern.
Das war dann schon ein besonderes Klangerlebnis, denn die Gastsänger und Chorgruppen (‚Mitsingen für alle’: Chorverband und Radiophilharmonie hatten Gastsänger eingeladen) waren mit im Saal. Als Zuhörer saß man also mittendrin im Klang, erlebte oft einen beeindruckenden Surround-Sound bei den vielstimmigen Passagen und war umhüllt von prachtvoller Chormusik in englischer Sprache. Und natürlich beim stimmengewaltigen ‚Halleluja’.
Manze hatte alles im Griff, war ständig in Bewegung, dirigierte auf der Bühne und die Saalsänger und meisterte so jederzeit die anspruchsvolle Rhythmik des Werks. Die Vorarbeit mit den so ganz unterschiedlichen Chören brachte eindrucksvolle Ergebnisse: Ein mitreißendes Konzert, voller Dynamik und Wohlklang und mit den überzeugenden Solisten Ruby Hughes (Sopran), Diana Moore (Alt), James Oxley (Tenor) und James Platt (Bass). (… ) Am Ende viele Minuten kräftiger Jubel-Applaus.”

Die Live-Mitschnitt des Konzerts ist in der Mediathek von weblinkndr.de nachzuhören.

 

A-cappella-Konzert I (13.06.)

Claus-Ulrich Heinke, Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ):

„Ausgezeichnete dirigentische Qualität zeichnete das erste A-cappella-Konzert der diesjährigen Chortage aus. Fünf Chöre präsentierten in der Orangerie Herrenhausen ein abwechslungsreiches Programm zwischen Renaissance und Moderne.
Keno Weber zeigte mit dem Hannoverschen Oratorienchor, dass auch ein traditionsreicher symphonischer Konzertchor Freude am A-cappella-Singen haben kann. Im Programm des Ensembles Vox aeterna unter der Leitung von Justus Barleben fiel die klangfarbige Vertonung des Nikolaus-Lenau-Gedichts „Die Stimme des Kindes“ durch den finnischen Komponisten Jaako Mäntyjärvi besonders auf.(…)
Alana Brandt leitet erst seit Kurzem die Camarata Vocale Hannover. Gleichwohl formte sie eine beachtliche Chorleistung. Die „Six Chansons“ von Paul Hindemith waren dafür ein besonders gelungener Beweis. Eva Filler sorgte im recht groß besetzten Chor der Medizinischen Hochschule für einen guten Ausgleich der Stimmregister und erreichte so einen wohltuend warmen und geschlossenen Gesamtklang.
Während diese vier Chöre in traditioneller Choraufstellung sangen, ließ Dirigentin Bijana Wittstock den Frauenchor Hannover neue Wege gehen. Auswendig singend bereicherten die Damen ihre Darbietung immer wieder mit szenischen Akzenten. So machten sie besonders Leonhard Lechners Madrigal „Hört, was sich hat zugetragen“ zu einem akustischen und optischen Vergnügen.”

 

Junge Stimmen (14.06.)

Christian Seibt (NP):

Quilisma„(…) Den Anfang machte der hervorragende Knabenchor Hannover mit dem schön beschwingt spielendem Barockensemble La Festa Musicale mit Telemanns „Ein feste Burg ist unser Gott” und Pachelbels „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke”. Herrlich klare Stimmen, hochnuancierte Dynamik, schöner, ausgewogener Gesamtklang. (…)
Dann kam der gemischte, fast 40.köpfige Quilisma-Jugendchor Springe (Bild rechts) dazu. Gemeinsam sangen 100 junge Stimmen „Ein feste Burg …” von Hans Leo Haßler. Danach trat der Knabenchor ab, Chorleiter Keno Weber dirigierte. Wieder „Ein feste Burg …”, erst von Stephan Mahu, dann von J.S. Bach. Originell, das von vier Komponisten bearbeitete Werk direkt gegenüberzustellen. Bei Bachs Version (…) bewiesen junge Solisten eindrucksvoll ihr Können: Inga Krause (Sopran), Sara Zwingmann (Alt), Steffen Kruse (Tenor) und Friedemann Gottschlich (Bass).
Nach der Pause fesselten der Mädchenchor Hannover und das Ensemble Oktoplus mit „Laudate Pueri” (Psalm 112), einem sechssätzigen Musik-Juwel von Johann Adolf Hasse. Dabei verzauberten besonders die Sängerinnen Inga Krause, Sara Zwingmann und Katharina Held mit federleicht bis schwebend gesungenen Arien. (…) Bemerkenswert: Alle Solisten kommen aus den Chören. (…)”

 

A-cappella-Konzert II (15.06.)

Kira von der Brelie (HAZ):

Collegium Vocale Hannover„Stimmgewaltig eröffnete gestern der Johannes-Brahms-Chor das zweite A-cappella-Konzert der Chortage Hannover. Unter der Leitung von Gudrun Schröfel führte der Chor Werke von Johann Hermann Schein und Max Reger auf. Die Sätze sind biblische Hommagen, getragen und atmosphärisch dicht gesungen. Der Kammerchor Hannover präsentierte sich in einer anderen Aufstellung auf der Bühne: weit vorn, nah am Zuschauerraum. Das rhythmisch pointierte „Jesu meine
Freude” von Sven-David Sandström brachte neue Klänge in die Orangerie.
Das Collegium Vocale (Bild rechts) sang „Sfogava con le stelle” von Claudio Monteverdi: Das Stück besticht durch das gesprächsartige Arrangement, in dem fast jede Stimmlage
abwechselnd dominiert, bis die Stimmen zu einem Gesamtklang zusammenschmelzen. Philosophischen Fragen widmete sich der Chor in „Warum ist das Licht gegeben” von Johannes Brahms. Der sich aufbauende, eindringlicher werdende Klang gibt dem Stück mystische Sakralität. Der von Florian Lohmann geleitete Chor ist auch der erste, der eine Zugabe gab.
Mit einer assoziativen Mischung aus Französisch und Pseudo-Hindu schloss der Norddeutsche Figuralchor das Konzert. Übersetzbar ist das Liebeslied „Cinq rechants” von Olivier Messiaen nicht. Soll es aber auch nicht sein: Die teilweise überdeutliche Akzentuierung und wiederholende Motive sind deskriptiv genug. Soli werden von Sprechgesang abgelöst. Die Stimmen singen zeitweise als Vokalensemble. Auch der Figuralchor gab eine Zugabe.”

 

Jazz-/Pop-Night (17.06.)

Die NP berichtet:

Vivid Voices & Bonner Jazzchor„Klasse Abschluss der 9. Chortage Hannover: Am Ende des achttägigen Festivals waren bei den letzten zwei Konzerten (Jazz-/Pop-Night I & II) noch einmal dreizehn beeindruckende Chöre zu hören.
Ein musikalischer Marathon von 18 Uhr bis um Mitternacht, zugleich ein kurzweiliges Hörvergnügen, zu dem 1.100 Zuhörer in die zweimal ausverkaufte Galerie Herrenhausen kamen. Alle Chöre wurden gefeiert, viel starker Applaus und Jubel. Schöne Vokalklänge, feine Arrangements, prima Grooves, überraschende Präsentationsformen (Choreografien, Formationen), gute bis sehr gute Solostimmen – und sichtbar großartige Sangesfreude.
(…)
Am Ende (…) gibt es stehende Ovationen für alle Akteure.Die Chortage hatten wieder das bewährte Motto „Hannover ist ganz Chor” und eine enorme Vielfalt an Musik: Modernes, Klassisches, Volks- und Kunstlied, Pop, Rock, Jazz von 68 Chören mit 3.000 Sängern und 4.200 Besuchern. Ein schöner Erfolg.”

Bild: Vivid Voices & Bonner Jazzchor

 

 

Deutscher JugendkammerchorVorschau 2018/2019

Auch für 2018 wurde bereits die Veranstaltungsdauer festgelegt, vom 10. bis 17. Juni 2018 wird dann mit den 10. CHORTAGEN HANNOVER ein kleines Jubiläum gefeiert. Den krönenden Abschluss bildet das 1751 entstandene Oratorium Jephtha (HWV 70) von Georg Friedrich Händel. Das vorläufige Programm der CHORTAGE HANNOVER 2018 können Sie unter weblinkProgramm 2018 einsehen.

Für die CHORTAGE HANNOVER 2019 ist der Zeitraum vom 23. bis 29. Juni 2019 geplant. Dabei wird es zum dritten Mal ein Mitsingkonzert geben: Mit Samson (HWV 57) steht dann erneut ein Oratorium von Georg Friedrich Händel auf dem Programm.

Berichte zu vergangenen Ausgaben der CHORTAGE HANNOVER sowie zahlreiche Fotoimpressionen finden Sie im Übrigen in der weblinkRückschau.